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Freitag, 31.1., 19 Uhr

Dr. Sven Deppisch und seine Forschung zur dunklen Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck

Dr. Sven Deppisch spricht über sein Buch „Täter auf der Schulbank“ und stellt die zentralen Ergebnisse seiner Dissertation vor. Außerdem berichtet er darüber, was ihn dazu motivierte, die dunkle Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck zu erforschen. Nicht zuletzt erzählt er davon, welche Reaktionen er bisher erhielt und was sein Buch auslöste.
Dr. Sven Deppisch veröffentlichte 2017 im Tectum Verlag sein Buch „Täter auf der Schulbank. Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust“. Es basiert auf seiner Doktorarbeit und beleuchtet erstmals die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Darin zeigt der Historiker, wie die Nationalsozialisten ihre führenden „Gesetzeshüter“ für den Holocaust trainierten. Hunderte Männer aus ganz Deutschland und Österreich besuchten dort spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben militärischem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Die Studie belegt nicht nur, dass zahlreiche Vertreter der oberbayerischen „Kaderschmiede“ an schrecklichen Massenverbrechen an Juden und anderen Opfern beteiligt waren. Darüber hinaus dokumentiert sie auch, dass viele Einsatzmuster, Denkweisen und Feindbilder das Kriegsende überdauerten, um in der Polizei der Bundesrepublik noch lange fortzubestehen. Insgesamt untermauert sie eine bittere Erkenntnis: Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen.
„Täter auf der Schulbank“ entwickelte sich schnell zu einem „Bestseller der Geschichtswissenschaft“, der in der Fachwelt sehr positiv aufgenommen und u. a. als „a groundbreaking work“ bezeichnet wurde. Das Werk erfuhr bundesweit große Resonanz in Medien und Gesellschaft. So inspirierte es nicht nur Künstler, das Thema auf die Leinwand zu bringen. Auf Basis der Geschichtsstudie widmet sich auch eine eigene Ausstellung der Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Die Erkenntnisse von Deppischs Forschungsarbeit fließen sogar in die heutige Ausbildung von Polizisten in Bayern ein. Sie steht für eine Erinnerungskultur, deren Aufgabe es ist, alle blinden Flecken der deutschen Vergangenheit mutig aufzuarbeiten.
Dr. Sven Deppisch studierte Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Mit seiner Studie über „Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus“ wurde er dort auch promoviert. Heute ist er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern – Fachbereich Polizei und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing tätig. Neben seinem Buch „Täter auf der Schulbank“ veröffentlichte er weitere Schriften. Zu ihnen zählt z. B. der Aufsatz „Weimars dunkles Erbe. Der ‚Bandenkampf‘ in Ausbildung, Kultur und Einsatzpraxis der deutschen Polizei von der ersten Demokratie bis in die Bundesrepublik“, der in der Zeitschrift „Einsichten und Perspektiven“ (Heft 2/18) erschien, die von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit herausgegeben wird.

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Mehr Infos zu den Sendungen auf der Seite DAS PROGRAMM und auf www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/stadt-im-wandel sowie www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/demokratisch.

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Sendungen freitags oder samstags, zwischen 18 und 20 Uhr.
Ausnahmen an anderen Tagen und Uhrzeiten sind möglich.